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Achtsamkeit in der (Hochschul-)Bildung

Achtsamkeit in der (Hochschul-)Bildung war die Überschrift des Netzwertreffens Achtsamkeit, das am 30.09.2019 und 01.10.2019 an der BU Wuppertal in Kooperation mit der Universität Duisburg-Essen stattfand.

Prof. Sara Hägi-Mead, Professorin am Institut für Bildungsforschung in der School of Education, Dr. Anja Steinbacher, Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Hochschulsport und Geschäftsstellenleiterin der Gesunden Hochschule BUWbewegt! und Tatini Petra Schmidt, Lehrbeauftragte für Achtsamkeit haben von Seiten der BUW eingeladen und in Zusammenarbeit mit Dr. Nils Altner von der Universität Duisburg-Essen ein vielseitiges Programm auf die Beine gestellt.

14 Kolleginnen und Kollegen verschiedener Hochschulen (darunter Dortmund, Düsseldorf, Essen, Heidelberg, Köln, Leipzig, Tübingen, Wuppertal) sind der Einladung an die BU Wuppertal gefolgt, um sich über die Einbeziehung von achtsamkeits- und mitgefühlsbasierten Ansätzen in Forschung und Lehre auszutauschen. Ein solches Netzwerktreffen (www.netzwerk-achtsamkeit-in-der-bildung.de) findet seit vielen Jahren regelmäßig und abwechselnd an verschiedenen Standorten statt.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer informierten sich am Montag, den 30.09.2019 (09:30 – 16 Uhr) über verschiedene Konzepte in der Lehre und berichteten über einige Herausforderungen bei der Etablierung einer achtsamkeitsbasierten Praxis in der Lehre. „Es ist wichtig, dass Studierende lernen, mit sich in Kontakt zu kommen, ein (Selbst-)Mitgefühl zu entwickeln und Augenblicke im Hier und Jetzt wahrzunehmen“ so Frau Dr. Steinbacher, „einerseits sollen Studierende eine eigene Achtsamkeitspraxis zur Gesundheitsförderung und Stressreduzierung erlernen. Andererseits sind sie die Führungskräfte und Lehrkräfte von morgen und damit Vorbilder für ein achtsames Miteinander.“ Der Bildungs- und Gesundheitswissenschaftler Nils Altner ergänzt: „Selbstwahrnehmung, Selbstregulation und Selbst-Bewusstsein sind die Voraussetzungen für einen selbstbestimmten Umgang mit digitalen Medien. Empathie, Kommunikations- und Teamfähigkeit sind Basisfähigkeiten für agiles und innovatives Arbeiten. Die UNESCO spricht hier von ´Life Skills for the 21st century. Eine Didaktik, die diese inneren Fähigkeiten des Menschseins stärkt, gehört notwendig in die aktuelle Digitalisierungsoffensive der Bildung.“ Eine zentrale Forschungsfrage von Dr. Nils Altner formuliert, lautet entsprechend: „Wie verändert verkörperte Präsenz der Lehrpersonen ihr Lehrverhalten und den Bildungsprozess der einzelnen Studierenden oder Kinder und einer ganzen Gruppe/Klasse?“

Im Rahmen des Studentischen Gesundheitsmanagements der BUW werden bereits vom Hochschulsport Workshops und Vorträge zum Thema Achtsamkeit angeboten. Zusätzlich ist es wünschenswert, wenn weitere Seminare initiiert werden, wo Studierende eine achtsame Haltung erlernen und erfahren und sie die Möglichkeit haben, erste Achtsamkeitsübungen für die spätere Schulpraxis anzuleiten. Die Teilnehmenden berichteten hier, von einer großen Nachfrage im universitären Kontext.

Im Anschluss an das Netzwerktreffen fand am 01.10.2019 (9-12 Uhr) erst ein Symposium zu Qualifikationsarbeiten zum Thema Achtsamkeit statt – der Bedarf nach einem solchen (forschungsmethodischen) Austausch wurde auf dem letzten Netzwerktreffen in München formuliert und nun bei dem Treffen an der BUW aufgegriffen. Vorgestellt und diskutiert wurden vor allem Dissertationen, aber auch andere Qualifikationsarbeiten mit Schul- und Leistungssportbezug. Dabei wurde u.a. deutlich, dass bisher meist auf Modelle und Methoden aus der Psychologie und den Gesundheitswissenschaften zurückgegriffen wird und Bezüge zur bildungswissenschaftlichen Theorie und Methodik – so der Plan der Anwesenden – nun gemeinsam zu entwickeln sind. Der Videokonferenzraum ermöglichte übrigens, dass ein Teilnehmer der Universität Passau virtuell seine Arbeit vorstellen und sich ebenfalls an den Diskussionen beteiligen konnte.

Am Nachmittag (14-18 Uhr) am 1. Oktober 2019 fand ein Werkstatttreffen zum Thema „Achtsamkeit macht Schule“ statt, an dem 25 Lehrkräfte aus Schulen der Region und Interessierte Dozierende der BUW teilnahmen. Bei nicht wenigen Lehrpersonen handelte es sich um Teilnehmende der Multiplikator*innenweiterbildung „Gesundheit, Achtsamkeit und Mitgefühl in der menschenbezogenen Arbeit – GAMMA“ an der Universität Duisburg-Essen (www.achtsamkeit.com/gamma). Kurze Impulsreferate und Erfahrungsberichte zu den Themen „Achtsamkeit in Schule, OGS und in der LehrerInnenbildung“, „Achtsame Unterrichtsgestaltung in der Prüfungsvorbereitungsphase“ oder „Achtsame Haltung im Lehrerkollegium“ zeigten auf, welche Konzepte bereits im Schulkontext umgesetzt werden. Der Praxisbezug war dabei auch dadurch gegeben, dass in zahlreichen Übungen das vermittelte erfahrbar wurde.

Die Organisator*innen resümieren, dass das Thema „Achtsamkeit im Bildungskontext“ einen großen kreativen Spielraum zulässt, der weiter entwickelt werden sollte. Die Zusammenarbeit zwischen der BUW und der Universität Duisburg-Essen wird auf jeden Fall weitergeführt.

Kontakt:

Dr. Anja Steinbacher, Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Hochschulsport und Geschäftsstellenleiterin der Gesunden Hochschule buwbewegt!, asteinba{at}uni-wuppertal.de; 0202/439-3229.

Prof. Sara Hägi-Mead, Professorin am Institut für Bildungsforschung in der School of Education; sara.haegi-mead{at}uni-wuppertal.de; 0202/439-5121.